Entstehung
Das Alte Rathaus in Regensburg stammt im ältesten Teil aus der Mitte des 13. Jh. Damals wurde der noch heute stehende Turm und ein viergeschossiger Anbau im Typus der Hausburgen der Patrizier errichtet. Der Bau entstand an der Nordwestecke des ehemaligen Römerkastells zum damaligen Kaufmannsbezirk hin. Der spätere Reichssaalbau wurde 1360 als städtischer Tanzsaal errichtet. Im 15. Jh. kamen weitere Verwaltungsbauten hinzu.
Reichstage in Regensburg
1355 wurde der Reichstag wahrscheinlich erstmals von Kaiser Karl IV. im Reichssaal abgehalten. Bei der Reichsversammlung von 1541 fand hier das Regensburger Religionsgespräch zwischen Melanchthon und Johannes Eck statt. Die vorher sporadisch und an wechselnden Orten tagenden Reichstage fanden ab 1594 immer in Regensburg und ab 1652 immerwährend im Reichstagssaal statt.
Der Erker des Reichstagssaals
Heutiges Aussehen
Der Gebäudekomplex am Rathausplatz besteht aus dem barocken Neuen Rathaus mit Neptunhof, dem frühgotischen Alten Rathaus mit Rathausturm und Rathaushof und dem Reichssaalbau. Im Rathaushof steht der Venusbrunnen des Regensburger Bildhauers Leoprand Hilmer von 1661. Der Reichssaalbau besitzt eine Fensterfront mit einem hochgotischem Erker. Der spätgotische Anbau mit dem Treppenhaus besitzt ein prachtvolles Spitzbogenportal mit den Stadtschlüsseln.
Reichtagsmuseum
Das Reichstagsmuseum in Regensburg ist eine Dauerausstellung, in deren Mittelpunkt die Bedeutung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation für die deutsche und die europäische Geschichte steht.
Das Museum wurde 1963 im Reichssaalbau und den historischen Räumen des Alten Rathauses eingerichtet. Hier war von 1663 bis 1806 der Sitz des Immerwährenden Reichstags
Das Museum umfasst den Reichssaalbau und andere sehenswerte Räume. Darunter:
- Kurfürstenkollegium (diente als Ratsstube und später als Beratungszimmer der Kurfürsten
- Kurfürstliches Nebenzimmer
- Blauer Saal
- Reichsaal (einer der bedeutendsten Profanräume des Mittelalters mit erhaltener Holzdecke, Dekorationsmalerei des 16. Jh. und Kaiserthron
- Fürstenkollegium von 1652
- Reichsstädtisches Kollegium
- barocke Fürstentreppe von 1652-55
- Wachtkammer - der Gerichtsdiener mit Schwertern und Halseisen
- Fragstatt - Verhörraum mit Folterwerkzeugen
- Armesünderstube - Todeszelle für Verurteilte
- Dollingersaal - wurde nach Abbruch des Dollingerhauses 1889 hierher transferiert. Zu sehen ist bedeutende frühgotische Profankunst. Reliefs unter anderem mit einer Turnierszene aus der Dollingersage.
Historischer Reichssaal.
Ganz in der Nähe des Haidplatzes steht das alte Rathaus. Neben der Folterkammer im Keller des Gebäudes ist vor allem das Reichstagsmuseum sehenswert. Denn vor allem im Reichssaal, einem gotischen Festsaal, wurden jahrhundertelang wegweisende Entscheidungen gefällt. Auch die Sitzungen des Immerwährenden Reichstages fanden hier statt. In diesem Saal stehen auch zwei Möbelstücke, die die Grundlage für heute noch gebräuchliche Bilder bilden: Der "grüne Tisch" und die "lange Bank".
Der grüne Tisch
Eine Entscheidung am grünen Tisch fällen, hat ihren Ursprung am grünen Tisch im Saal. Gemeint ist, dass damit zwar die theoretische Grundlage beschlossen wurde, aber die Entscheidung sich erst noch in der Praxis bewähren muss. Zu Grunde liegt wohl eine gewisse Realitätsferne mancher Reichstagsbeschlüsse.
Die lange Bank
Eine Sache auf die lange Bank schieben, also möglichst lange hinauszögern, hat ihren Ursprung in der langen Bank, auf der die Gesandten etwas abseits des Entscheidungsprozesses saßen und auf der auch Akten gelagert wurden, zum Teil so viele und so lange, dass sie irgenwann herunterfielen. Dieser Spruch wirft kein gutes Licht auf den Umgang des Reichstags mit Anliegen von Gesandten.
Autor: Wikepedia
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