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Skulpturen männlicher Köpfe an der steinernen Brüche  
"Im Verhältnis zur Baumasse der Brücke recht klein und unauffällig, dem oberflächlichen Betrachter nicht erkenntlich, blicken aus dem Quaderwerk drei menschliche Antlitze. [...] ragt ein Männerkopf aus der Brückenwand. Das Haar ist in der Mitte gescheitelt und zu beidseitig abstehenden wulstigen Zöpfen geflochten. über den Mund, der nur als rechteckige Vertiefung angedeutet ist, zieht ein schmaler Schnurrbart. Das ganze Gesicht wirkt roh, ungeschlacht, nahezu eckig. Die niedrige Stirn und die abstehenden Ohren verstärken diesen Eindruck. Die Plastik stammt aus der Erbauungszeit der Brücke. Mit Gewißheit muß in der Maske das - wenn auch noch idealisierte - Porträt des leitenden Baumeisters gesehen werden, der sich an seinem Werk verewigte.  
Zwei weitere Kopfskulpturen, jedoch wesentlich jünger als die Brücke - stilistisch der Gotik zuzuweisen - finden sich [...]. Aus einem Quader [...] blickt ein Männergesicht mit herabwallendem Haupt- und Barthaar.Die Plastik eines Männerkopfes mit gescheiteltem Vollbart [...]. Verwitterungsschäden haben sie fast gänzlich zerstört, so daß heute nur noch der Umriß des Steines zu erkennen ist, in den sie einst gemeißelt war: eine aufrechtstehende Rechteckplatte mit oben abgeschrägten Ecken.
Daß die beiden letztgenannten Skulpturen erst später eingefügt wurden, beweist auch der Umstand, daß die sie tragenden Quader nicht im Mauerverband der Brücke stehen. Der Gedanke liegt nahe, daß anläßlich einer größeren Reparatur der Brücke in spätgotischer Zeit, ausgeführt von der Dombauhütte, Meister und Polier ihre Porträts in das Quaderwerk setzten."
(Aus: Bauer, Karl: Regensburg. Aus Kunst-, Kultur-, und Sittengeschichte. Regensburg 1988, S. 284)  





Das Stadt- und Brückenwappen  
Die Kopfsteine des [...] tragen zwei Wappenschilde. Das nördliche zeigt die gekreuzten Stadtschlüssel, das südliche die Steinerne Brücke mit ihren drei Türmen in heraldisch verkürzter Form. Die gleiche Darstellung erscheint auf dem Siegel des Brückenmeisteramtes, dessen frühest nachweisbarer Abdruck an einer Urkunde des Jahres 1307 hängt. Die Brücke hatte ihre eigene Verwaltung unter einem aus dem Rat der Stadt erwählten Brückenmeister. Die Einnahmen aus dem Brückenzoll dienten zur baulichen Erhaltung der Brücke."
(Aus: Bauer, Karl. Regensburg. Aus Kunst-, Kultur-, und Sittengeschichte. Regensburg 1988, S. 286)  



Kaiser Friedrich II  
Die monumentale Figur des Herrschers, der Regensburg durch die in Pavia ausgestellte Urkunde vom 10. November 1245 in den Stand einer Freien Reichsstadt erhob, hatte ihren Ehrenplatz an der Südfront des sog. Schwarzen Turmes, dem nördlichen Widerlager der Steinernen Brücke. Nach dem Abbruch des Turmes 1810 wurde sie 1835 am [...] befestigt, an dem sich seit 1930 eine Kopie befindet. Eine Konsole in Form eines maskenhaften Kopfes mit gewundenen Widderhörnern, möglicherweise ein Symbol der Finsternis, dient als Standfläche. Die stark auf Frontalansicht gearbeitete Figur befand sich am ursprünglichen Aufstellungsort in beträchtlicher Höhe direkt unter dem Dach des Turmes. [...] Daraus folgt, daß sie auf extreme Untersicht konzipiert war, was auch den leicht vorgeneigten Kopf erklären kann. Das Gewand und der Mantel fallen in Parallelfalten, der Umriß der Figur wird durch die beiden angewinkelten Arme bestimmt. Die Locken von Haupthaar, Kinn- und Backenbart rahmen den Kopf mit der Königskrone, dem damals üblichen Reif mit Dreiblättern. [...] Wie gering diese gotische Bildhauerarbeit noch zu Beginn unseres Jahrhunderts geschätzt wurde, zeigen die bisher einzigen monographischen - 
Regensburg, um 1280/90
Kalkstein: 272 x 72 x 42 cm
Prov.: Steinerne Brücke. Schwarzer Turm
 
- Behandlungen der mittalterlichen Plastik durch Alfred Seyler (1905) und Johannes Schinnerer (1918). So urteilt letzterer: "Sie macht einen recht derben Eindruck, das wenig differenzierte Gewand schneidet unten glatt ab, am besten ist noch der Kopf durchgearbeitet, der jene etwas blöde Freundlichkeit ausdrückt, die stets das Kennzeichen einer verhältnismäßig primitiven Kunst ist..." In der kurzen Erwähnung bei Seyler finden sich die Benennungsversuche "Heinrich der Finkler" und "Otto IV.", jedoch auch der Vermerk, daß der "stark lädierte" Vogel "erst jüngst ergänzt" wurde. Dieses Attribut des nicht näher bestimmbaren Vogels führte Felix Mader zu der Vermutung, es könnte sich um einen Raben und damit bei dem Dargestellten um den hl. Oswald handeln. Das Ergebnis der in den letzten Jahren geführten Diskussion faßte Helmut-Eberhard Paulus zusammen. Die durch mehrfache Ergänzungen verunklärte Situation der beiden Hände bzw. Unterarme läßt sich folgendermaßen auflösen: Bei dem Vogel handelt es sich um einen Falken, dessen Kopf zum bedeutendsten Falkner des Mittelalters gewendet ist (dieser Zustand wurde im Mai 1995 wiederhergestellt); der Greifvogel sitzt auf einem Handschuh, die Linke hält einen Lederbeutel mit der Atzung. Nach diesen Überlegungen handelt es sich um Kaiser Friedrich II., dessen Privileg (Fridericianum) von 1245 für die Stadt eine Erinnerung an einer derart prominenten Stelle wie der Steinernen Brücke rechtfertigte."
(Aus: Angerer, Martin [Hg.]: Regensburg im Mittelalter. Katalog der Abteilung Mittelalter im Museum der Stadt Regensburg. Regensburg 1995, S. 57f.)  



Sitzfigur der Königin Irene  
Die thronende Frauenfigur stellt das Pendant zur Figur Philipps dar. Sie gilt seit jeher als dessen Gemahlin Irene von Byzanz. In den Händen hält sie einen Gegenstand, der aufgrund der starken Verwitterung der Skulptur nicht mehr näher bestimmbar ist."
(Aus: Angerer, Martin [Hg.]: Regensburg im Mittelalter. Katalog der Abteilung Mittelalter im Museum der Stadt Regensburg. Regensburg 1995, S. 58)  
  Regensburg, um 1207
Muschelkalkstein; 80 x 37,5 x 47,5 cm

 



Sitzfigur des Philipp von Schwaben  
Die Sockelinschrift bezeichnet die thronende Figur als König Philipp von Schwaben (1198-1208). [...] In seiner Rechten hält der König ein hausförmiges Reliquiar, in der nach oben geöffneten Linken einen nicht mehr identifizierbaren eiförmigen Gegenstand. Die Detailformen sind ziemlich grob ausgeführt; nachträgliche Veränderungen des Haupthaares und des Bartes sind deutlich erkennbar. [...] Zusammen mit ihrem Pendant, der Figur der Königin Irene [...] steht die Statue in engster Verbindung zum Schutzbrief des Königs Philipp von Schwaben vom 9. März 1207, in dem er der Stadt Regensburg umfangreiche Rechte an der Steinernen Brücke verlieh. Zugleich bildeten die Privilegien des Philippinums eine wichtige Grundlage für die spätere Stadtfreiheit. - 
- Bedeutsam erscheint diesbezüglich, daß den Statuen dieses Königspaares auf dem Mittelturm der Brücke später die Statue Friedrichs II. [...] an der Südfront des Schwarzen Turmes gegenübergestellt wurde. Die reichsstädtischen Privilegien von 1207 und 1245 waren so in ihrer gegenseitigen Ergänzung an der Steinernen Brücke repräsentiert."
(Aus: Angerer, Martin [Hg.]: Regensburg im Mittelalter. Katalog der Abteilung Mittelalter im Museum der Stadt Regensburg. Regensburg 1995, S. 58)  
"Regensburg, um 1207
Muschelkalkstein; 85,5 x 38 x 47 cm
Prov.. Steinerne Brücke (bis 1784 Nordseite des Mittelturms, dann bis 1810 über einem Portal an der Westseite des Stadtamhofer Brückenkopfes: 1835 an [...] angebracht, dort heute Kopie)
 



Die kämpfenden Hähne an der Steinernen Brücke  
"An [...] erscheint ein Reliefstein mit der Darstellung von zwei kämpfenden Hähnen. In angriffsbereiter Stellung mit zornig gespreizten Krallen, abstehenden Flügeln und geschwollenem Kamm stehen sie sich gegenüber. Zwischen den Tieren ist die Jahreszahl 1580 in den Stein getieft, die sicher auf eine Erneuerung schließen läßt. Der Stein von 1580 ist im Museum deponiert, an der Brücke befindet sich ein Abguß. [...] In der Mythologie gilt der Hahn als Sinnbild des Lichtes und der Wachsamkeit. Der Kirchenvater Augustinus [...] sieht im Hahnenkampf das Bild für Maß und Schönheit. [...] Die spätere lokale Tradition sah in den Kampfhähnen auf der Brücke die ständig streitenden Parteien, die Reichsstadt Regensburg und das angrenzende Herzogtum Baiern, dessen Territorium unmittelbar jenseits der Brücke begann."
(Aus: Bauer, Karl: Regensburg. Aus Kunst-, Kultur-, und Sittengeschichte. Regensburg 1988, S. 286)  



Der Löwe an der Steinernen Brücke  
"An [...] befindet sich die Reliefplastik eines lagernden Löwen. Das Tier reißt den Rachen weit auf; den Schweif schlägt es durch die Hinterbeine auf den Rücken. Tief eingekerbte Rillen kennzeichnen die Rippen. Die stark verwitterte Skulptur stürzte bei der Sprengung der Brücke im April 1945 in die Donau, konnte aber bei Baggerarbeiten geborgen werden. Die aus der Erbauungszeit der Brücke stammende Plastik wird nun im Museum verwahrt. An der Brücke befindet sich seit deren Wiederherstellung im Jahre 1966 eine Nachbildung. Der Löwe, König der Tiere, galt als Symbol der Kraft und Stärke. Als Wächter und Beschützer der Brücke sollte er alle Gefahren von ihr fernhalten."
(Aus: Bauer, Karl: Regensburg. Aus Kunst-, Kultur-, und Sittengeschichte. Regensburg 1988, S. 286)  



Die Reliefskulptur eines Wiesels 
"befindet sich [...]. In der älteren Literatur wird diese Tierplastik als Eidechse bezeichnet, in Verkennung des Zusammenhangs mit dem Basilisken [...]. War doch von allen Tieren nur das Wiesel imstande, den gefürchteten, gifthauchenden Basilisken zu überwinden und zu töten. Das Wiesel ist in emporkletternder Stellung wiedergegeben; das Aufsteigen kann als Gebärde des Sieges gedeutet werden.
Leider konnte keine Abbildung aus neuerer Zeit ermittelt werden, etwa eine Fotografie. Sie hätte die Skulptur deutlich veranschaulicht und die oben angeführte Fabel-Theorie erhärtet."
(Aus: Bauer, Karl: Regensburg. Aus Kunst-, Kultur-, und Sittengeschichte. Regensburg 1988, S. 285f.)  



Stein und Eidechse  
"Was den größten und kleinsten Stein anbelangt, so steht solcher auf der Brücke, unweit dem mittelsten Thurm, in der Gestalt eines Grabsteins, so jedermann gezeigt wird, mit dem es folgende Bewandnis haben soll, nämlich der Werkmeister soll damals, nachdem er den Brückenbau vollendet gehabt, in einen von den größten Steinen, in desselben Mitte ein Oefnung gehauen und in solche ein kleines viereckichtes Steinen, ohngefehr einer Hand lang eingesezt, anbey solches mit Bley und Kütte verwahrt haben, dadurch anzuzeigen, daß, gleichwie dieses der größte Stein von allen an und auf der Brücke, weiter auch kein kleineres Stükgen, als nur jetzt gedachtes daran sey, eingelegt und eingemauert worden. Der Stein, auf dem eine Eydexe eingehauen ist, soll bedeuten, daß ehemals eine Eydexe bey einem hochangelaufenen Wasser von dem - 
- Donaustrom an der Brücke hinaufgekrochen sey. Ein anderer gewisser Geschichtsschreiber meldet aber, daß, allwo die Eydexe herauf kriecht, der gemeinen Sage nach, ein gewisser Ort, und ein einiger Stein seyn soll, welcher das ganze Wundergebäude der Brücke zusammen halte"
(Dielhelm, Johann Hermann: Stein und Eidechse. In: Dünninger, Eberhard: Weltwunder Steinerne Brücke. Texte und Ansichten aus 850 Jahren. Amberg 1996, S. 29)  



Türme 
Als strategisch wichtiger Donauübergang erfuhr die "Brücke wohl bald nach ihrer Vollendung eine Befestigung, bestehend aus drei Türmen, von denen nur noch der stadtseitige Brückturm oder Schuldturm ... erhalten blieb.
Den Zugang zur Brücke von Stadtamhof aus sicherte der "Schwarze Turm". Seine dunklen Quadermassen trugen ihm diesen Namen ein. Ein römischer Grabstein in seinem Mauerverband liess die Sage entstehen, rö mische Legionssoldaten hätten den Turm erbaut.
Auf dem 4. Pfeiler (von Norden aus gezählt) erhob sich der Mittelturm. Er sollte die Brücke gegen Angriffe von den Wörden aus sichern."
(Bauer, Karl: Regensburg. Aus Kunst-, Kultur-, und Sittengeschichte. Regensburg 1988, S. 114)
 



Die Plastik eines liegenden Hundes  
"mit Blickrichtung nach Norden, nach Stadtamhof, ..."
(Aus: Bauer, Karl: Regensburg. Aus Kunst-, Kultur-, und Sittengeschichte. Regensburg 1988, S. 287  



Der Basilisk an der Steinernen Brücke  
"Die geistige und materielle Not der Menschen vergangener Jahrhunderte fand bildhaften Ausdruck in Form von häßlichen, sagenhaften Tieren, sogenannten Basilisken. Der Mythologie nach ist der Basilisk das giftigste aller Tiere, eine Mittelnatur zwischen Eidechse, Hahn und Schlange. Sein Zischen bringt Tod, sein Gifthauch versengt Bäume und Sträucher. Andere Beschreibungen klingen noch abenteuerlicher. Nach ihnen ist der Basilisk ein aus einem dotterlosen Hahnenei durch ein Kröte auf dem Mist ausgebrütetes Tier. Sein Blick, der sog. Basiliskenblick, galt für den Menschen als tödlich. Nur das Wiesel [...] war imstande, das Verderben und Tod bringende Tier zu töten. Das Bild des Basilisken brachte man des öfteren an Bauwerken an, um sie vor Zerstörung zu bewahren und Dämonen und Unheil von ihnen abzuwenden. In diesem Zusammenhang ist auch das Relief eines Basilisken an der Steinernen Brücke zu verstehen, das wie kein anderes Bauwerk der Stadt dem Wüten der Elemente preisgegeben ist. Nur wenige Regensburger werden diese unscheinbare, aber kulturgeschichtlich nicht unbedeutsame Plastik entdeckt haben. In einer Rechtecknische [...] sitzt eine phantastische Tiergestalt. Der Kopf, der dem eines Hahnes nicht unähnlich ist, läßt den Ansatz des Kammes, einen gekrümmten Schnabel und ein kleines Ohr erkennen. Eine böse Gereiztheit scheint das Tier befallen zu haben. Zornig schlägt es den glatten Schweif durch die Hinterbeine auf den Leib, die Krallen klammern sich an der unteren Steinkante fest. Die am unteren Nischenrand eingetiefte Jahreszahl 1733 dürfte wohl von einer späteren Erneuerung stammen."
(Aus: Bauer, Karl: Regensburg. Aus Kunst-, Kultur-, und Sittengeschichte. Regensburg 1988, S. 285)  



Das Brückmännchen 
"Die Steinerne Brücke galt in den Jahrhunderten des Mittelalters als ein Wunder der Baukunst. Weithin drang ihr Ruf, und jeder, der behauptete, sie gesehen zu haben oder über sie geschritten zu sein, mußte von ihren Wahrzeichen berichten, deren berühmtestes das sagenumwobene Brückmännchen ist.  
Das jetzige "Bruckmandl", wie es der Volksmund nennt, thront [...] mehr als 11 m über dem Donaustrudel. Eine gedrungene Säule endigt in einem postamentartigen Aufsatz, auf dessen Satteldach die Figur des Brückmännchens rittlings nach Süden gerichtet sitzt. Säule und Männchen wurden am 23. April 1854 aufgerichtet. Das Männchen ist ein Werk des Bildhauers Anton Blank, den Entwurf zur Säule fertigte der damalige Civil-Bauinginieur Michael Mauerer.  
Die reiche Tradition, die an das Brückmännchen knüpft, bezieht sich jedoch auf die Vorgänger dieser Skulptur. Das Regensburger Museum verwahrt den Torso des alten, jedoch nicht ursprünglichen Männchens, eine Sandsteinfigur, der Arme und Beine fehlen.  
Der mit einer knappen Badehose bekleidete junge Mann reitet auf einem Satteldach, über dem sich ein Spruchband mit Aufschrift in spätgotischen Buchstaben entrollt: chuck wie heiß. Der Anfang der Schrift ist verdorben. Das c kann nur unsicher wahrgenommen werden. Der Text ist zu ergänzen: Schuck wie heiß. Der Kopf des Jünglings ist merklich in den Nacken gebeugt, im leicht geöffneten Mund wird eine Reihe von Zähnen sichtbar. Gelocktes Haar bedeckt das Haupt und fließt in Strähnen auf die Schultern. Das Männchen wendet den Oberkörper, mehr aber noch den Kopf nach links. Ehemals saß es auf dem Giebel einer Türe, die zu einer an die Ostseite des 3. Pfeilers (von Süden gezählt) gebauten Schleifmühle hinabführte.
C. Vogl gibt im "Mausoleum" von 1729 folgende Schilderung: "...über einer Schleiff-Mühl-Thür ein nackend von Stein gehauenes Männlein mit vorgeschlagener Hand vor die Augen / als ob die Sonne ihme die Augen blendete / hereinwerths in die Stadt die Thumb-Kirchen anschauend / darunter die Worte eingehauener zu lesen: Schuck wie haiß".
1791 wurde an die Westseite der Brücke bei der Abzweigung zum Oberen Wöhrd ein steinernes Zollhäuschen gebaut und auf dessen Dach das Brückmännchen übertragen. Eine Zeichnung davon befindet sich in der Sammlung der Hofbibliothek. Bei den Kämpfen zwischen Franzosen und Österreichern auf der Steinernen Brücke 1809 verlor das Männchen Arme und Beine. Ein Märzsturm des Jahres 1817 schleuderte es auf die Brückenbahn herab, wobei auch noch der Kopf abbrach. Notdürftig zusammengeflickt kam es wieder auf das Dach des Zollhäuschens und harrte dort aus bis zu dessen Abbruch 1826.
Zunächst verbrachte man es in das Antiquarium im Domkreuzgang, später gelangte es in die Sammlungen des Hist. Vereins in der Ulrichskirche. Nun wird das Brückmännchen im Museum der Stadt verwahrt.
Auch dieses alte Brückmännchen hatte einen Vorgänger, der 1579 zerstört wurde. Nach Ausweis der Bauamtschronik dieses Jahres mußte ein neues Männchen angefertigt werden, jenes also, das sich heute im Museum befindet.
Die älteste Abbildung des Brückmännchens findet sich auf der Vorzeichnung zu einem Kupferstich von Jakob Hufnagel aus dem Jahr 1594, die nur wenige Jahre nach der Anfertigung der im Museum befindlichen Skulptur entstanden ist. [...]
Die Bedeutung des Brückmännchens hat die Forschung schon mehrfach beschäftigt.
In einer Emmeramer Handschrift des 15. Jahrhunderts entdeckte J. A. Endres eine wichtige, auf das Brückmännchen bezogene Verszeile. Diese ergänzt die Aufschrift des Spruchbandes mit folgenden Worten: "Schuh wie haiß / zu Regensburg seyn dy heut(er) faist". Endres erklärt den Reim mit der unbequemen Reitgelegenheit des Brückmännchens auf der scharfen Kante des Satteldaches und sieht darin eine humorvolle Anspielung auf die mageren Regensburger Pferde.
Die diesem Reim vorausgehenden und nachfolgenden Verszeilen sind in lateinischer Sprache abgefaßt. Die unmittelbar vorstehenden Zeilen lauten in wörtlicher Übersetzung. "Denn der Mikrokosmus (d. I. der Mensch), nicht gut bekleidet, schaut aus nach der Kurve der Sonne, sprechend: Schuh wie haiß usw.". Das heißt also, das Brückmännchen blickt nach der Sonnenbahn, sicherlich nach dem höchsten Standpunkt der Sonne. Damit läßt sich auch sehr gut die Bewegung der Figur erklären: die Drehung nach Süden und Vorschlagen der Hand vor die von der Sonne geblendeten Augen bzw. das Anvisieren des höchsten Sonnenstandes. Süden bedeutet Wärme, Hitze; deshalb ist die nach Süden weisende Figur lediglich mit einer kurzen Hose bekleidet. Die Zusammenschau all dieser Umstände läßt das Brückmännchen als sog. Südweiser verstehen. Solche Südweiser an Bauwerken, auch "Engel des Mittags" genannt, finden sich mehrfach an bedeutenden Bauten, so am Straßburger Münster, am Dom zu Genua, an der Kathedrale von Chartres.
Lediglich die Aufschrift auf dem Spruchband "Schuck wie heiß" scheint einen Widerspruch zu beinhalten. "Schuck" bedeutet nämlich "husch" und wird als Ausdruck der Kälteemfindung gebraucht. "Es schuckert mich" heißt nach Schmellers Bayerischem Wörterbuch "es überläuft mich kalt". [...] Die Worte "Schuck wie heiß" beim Brückmännchen sind nach Beranek als scherzhafte Verdrehung zu deuten, deren Widersinn damals jedermann als Witz verstand und verspürte. Diese Deutung erfährt eine Stütze in der angeführten Emmeramer Handschrift des 15. Jahrhunderts, in der es heißt: "Schuh wie haiß / zu Regensburg seyn dy heuter faist". Dieser Reim, zu einer Zeit entstanden, als das Volk den Witz der Verdrehung noch verstand, beinhaltet nicht nur den Widersinn von "schuch" und "heiß", sondern auch den noch heute verständlichen, der Häuter, abgemagerte Pferde als feist, als wohlgenährt bezeichnet. Wir haben es hier mit einem sogenannten Lügengedicht zu tun, einer Reimfolge mit scherzhaften Verdrehungen, ähnlich unserem "dunkel war`s, der Mond schien helle...". Die Sage deutet das Brückmännchen als den Baumeister der Steinernen Brücke, der mit Hilfe des Teufels die Wette gegen den Dombaumeister gewann."
(Aus: Bauer, Karl: Regensburg. Aus Kunst-, Kultur-, und Sittengeschichte. Regensburg 1988, S. 281ff.)  

Autor: Elisabeth Roth
Quelle:
http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/
bruecke/roth/denkmal.htm