Allgemeine Beschreibung
Bereits im Jahre 1999 fanden archäologische Ausgrabungen im südlichen Teil des zum Regensburger Legionslager gehörenden "Großen Gräberfeldes" aus dem 2. bis 4. Jhdt. n. Chr. statt (vgl. Übersicht), die eine große Zahl kaiserzeitlicher Brand- und Körpergräber zu Tage brachten. Dies war auch der Grund dafür, daß im Jahre 2000 im Vorgriff einer Baumaßnahme des Hauses Thurn und Taxis im nördlichen Randbereich dieses Gräberfeldes in der Kumpfmühler Straße 3/5 eine Ausgrabung mit einer Fläche von ca. 1700 m2 erfolgte. Das Areal liegt zwischen Kumpfmühler Straße und Fürst-Anselm-Allee südwestlich des ehemaligen mittelalterlichen Befestigungsringes. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden beim Bau der "Pustet-Villa", also dem westlich vorgelagertem Gelände der neuen Grabungsfläche, römische Gräber freigelegt.
grün: Arnulf'sche Stadterweiterung rot: Standort der Grabung Foto:BLfD
Die ersten römischen Befunde aus dem Auxiliarkastell und vicus von Kumpfmühl - ca. 1 km südlich gelegen - sowie die Reste der sogenannten Donausiedlung und eines dazugehörigen kleinen Gräberfeldes im Bereich Arnulfsplatz-Bismarckplatz datieren aus dem späten ersten und der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts (Übersicht Regensburg). Die Ausdehnung der westlich des Legionslagers gelegenen Zivilsiedlung, der "canabae legionis" des 2. bis 4. Jhdt. n. Chr., läßt sich vor allem in ihrer südlichen und westlichen Erstreckung, mangels archäologischer Untersuchung, nicht sicher fassen.
Nach Beginn der Grabungsarbeiten auf dem Gelände Kumpfmühler Straße 3/5 kamen statt der erwarteten römischen Grabfunde im Planum 1 eine Vielzahl spätmittelalterlicher Funde vom 13. bis in das 15. Jahrhundert zum Vorschein. Einen Großteil der Ausgrabungsfläche nimmt ein großer in NW-SO-Richtung verlaufender Graben ein, der als Teil des Arnulfsgrabens aus dem 10. Jhdt. identifiziert wurde. In der nordöstlichen Ecke des Areals konnte in einem tieferen Planum ein in N-S-Richtung verlaufender römischer Graben, der im Süden vom Arnulfsgraben geschnitten wird, freigelegt werden. Im nordwestlichen Bereich der Grabungsfläche, in einer geplanten Tiefgarageneinfahrt, wurden mehrere Bruchsteinfundamentzüge freigelegt, die aufgrund des Fundmaterials als Häuserreste der legionslagerzeitlichen Zivilsiedlung gedeutet werden. Man hat hier auf einem verhältnismäßig kleinen Areal ein zeitliches Spektrum, welches von den Anfängen der Römer bis ins Spätmittelalter reicht. Insgesamt also eine "vielschichtige" Ausgrabung was sowohl die Kulturstufen als auch die Befunde angeht.
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