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Die ehemalige Klosterkirche St. Jakob in Regensburg wurde 1190 von irischen Benediktinermönchen fertigestellt. Zuvor stand an dieser Stelle eine Kirche von 1120. Da die irischen Mönche im Volksmund auch Skoten genannt wurden, wird die Kirche bis heute auch Schottenkirche genannt.

Das so genannte Schottenportal im Eingangsbereich zählt zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmälern Deutschlands. Über die Bedeutung der rätselhaften Bilderzyklen am Portal gibt es viele Deutungen, von denen jedoch keine als gesichert angesehen werden kann. Sicher kann nur gesagt werden, daß der Zyklus Weltgericht, Himmel und Hölle thematisiert. Die zwölf Figuren stellen die Ausgestoßenen dar, denen die Aufnahme ins Himmelreich verwehrt bleibt. Die Figuren stehen für von der mittelalterlichen Gesellschaft verachtete und stigmatisierte Personen und Gewerbe wie Kuppler, Verbrecher, Prostituierte, Gaukler, Tänzerinnen, Prasser und Faule.

Im Kircheninneren befindet sich rechts am Portal die horizontale Reliefplastik eines Mönches namens Rydan mit einem Schlüssel. Dieser Mönch hat wohl tatsächlich gelebt und stellt verschiedenen Deutungen zufolge vielleicht den Baumeister des Portals oder einen Pförtner




Orden:
Benediktiner
Diözese: Regensburg
Pfarreien: Regensburg
Patrozinium: St. Jakobus d.Ä., St. Gertrud
Gründer: Burggraf Otto von Regensburg
Aufhebung: 1814
Weiternutzung: 1862 wurde ein Klerikalseminar in den ehemaligen Klosterräumen eingerichtet.



Das Benediktinerkloster St. Jakob - Iren und Schotten in Regensburg

Seit der Mitte des 11. Jahrhunderts lebten irische Benediktinermönche in Regensburg. Ihr Konvent besaß das 1075 gegründete Kloster Weih-St.-Peter vor der Stadt. Es erwies sich schon nach kurzer Zeit als zu klein. 1090 kaufte der Burggraf Otto mit der Unterstützung von Regensburger Bürgern für die Mönche von Weih-St.-Peter eine Hofstatt als Bauplatz für ein zusätzliches Kloster an der westlichen Peripherie außerhalb der Stadtmauer.

Die archäologische Forschung hat zwischen der Stadtmauer Herzog Arnulfs aus dem frühen 10. Jahrhundert und dem Mauerring des 13. / 14. Jahrhunderts eine Zwischenphase der Stadterweiterung nach Westen mit Wall und Doppelgraben nachgewiesen. Sie könnte mit der Gründung des neuen irischen Klosters zusammenhängen. In der letzten Phase der Befestigung wurde St. Jakob in den Mauerring einbezogen; das dortige Stadttor erhielt den Namen Jakobstor.

Das Klostergebäude wurde bereits 1110 geweiht. Die 1120 geweihte Klosterkirche war jedoch in der Eile sehr nachlässig gebaut worden. Schon um 1150 entschloss sich der Konvent wieder zu einem Abbruch - mit Ausnahme der Ostapsis und der beiden Chorflankentürme. Die noch heute vorhandene Kirche wurde vor 1200 vollendet. Sie zählt ohne Zweifel zu den Hauptwerken der romanischen Architektur in Süddeutschland. Noch im 13. Jahrhundert arbeiteten irische Steinmetzen in Regensburg. Das berühmte Nordportal von St. Jakob, bekannt als "Schottenportal", beschäftigt mit seiner reichen, geheimnisvollen Bildersprache seit der Wiederentdeckung des Mittelalters in der Romantik die Forschung bis heute.

Die Blütezeit des Konvents war das 12. Jahrhundert. Das Kloster erfreute sich des Schutzes Kaiser Heinrichs IV. und seines Sohns Heinrichs V. Es war seit 1120 von der bischöflichen Rechtsprechung befreit ("exemt") und kam 1185 unter päpstlichen Schutz. St. Jakob erhielt die freie Abtwahl und wurde zum jährlichen Versammlungsort der irischen Benediktiner bestimmt. Die zwölf deutschen Konvente wurden auf dem Lateranskonzil 1215 zu einer Kongregation unter Leitung des Regensburger Abtes als Visitator zusammengeschlossen. Insofern kann man den Konvent St. Jakob als Mutterkloster aller irischen Niederlassungen in Deutschland und Österreich bezeichnen.

Die Regensburger Urzelle Weih-St.-Peter blieb bis zu ihrer Zerstörung 1552 ein Priorat von St. Jakob.

Die Burggrafen hatten die Vogtei über das Kloster behalten. Diese Schutzpflicht bot zugleich eine Möglichkeit zu Eingriffen des Vogts in die Angelegenheiten des Konvents. 1180 ging die Vogtei an die Wittelsbacher über. Entsprechende Versuche konnte das zwar de facto, doch nicht de iure als reichsunmittelbar geltende Kloster abwehren. Das Kloster konnte aber nicht verhindern, dass es sich aufgrund zunehmender wirtschaftlicher Probleme seit 1294 dem Bischof wieder unterstellen musste. Daran änderten auch die kaiserlichen Schutzerteilungen und Privilegien Heinrichs VII. und Ludwigs des Bayern wenig. Ab 1363 unterstand die Abtei sogar der bischöflichen Administration. Die "irische" Epoche der Klostergeschichte endete mit dem Darniederliegen des Konvents in der Reformationszeit.

Durch eine Wiederbesetzung der Abtei mit Benediktinern aus Schottland eröffnete Papst Leo X. (1513-1521) die zweite, nun "schottische" Phase in der Geschichte von St. Jakob. Der Konvent, zu dessen Äbten auch Ninian Vincet (1577-1592), der ehemalige Beichtvater der Königin Maria Stuart gehörte, wurde direkt dem Papst unterstellt. Indes verhinderten allerlei Unbilden, wie Brände und Kriege, Jahrzehnte lang eine wirkungsvolle Reform. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts erreichte der Konvent unter Abt Placidus Flemming (1672-1720) wieder eine Blüte durch die Gründung eines Seminars zur Ausbildung schottischer Missionare für die Arbeit in ihrer Heimat. Das Schottenkloster erfreute sich der Förderung durch den bayerischen Kurfürsten Max Emanuel ebenso wie seitens des Regensburger Bischofs und der Reichsstadt, die damals selbst eine geistige Blütezeit erlebte.

Im 18. Jahrhundert nahmen die Wissenschaften in St. Jakob einen großen Aufschwung. Im Gegensatz zu den meisten süddeutschen Klöstern investierte der Konvent nur wenig in eine Barockisierung seiner Kirche, hingegen viel in den Ausbau der Bibliothek. Zwei Mönche aus Regensburg waren Lehrstuhlinhaber an der Universität Erfurt; Pater Bernhard Stuart lehrte Experimentalphysik und Architektur an der Benediktineruniversität Salzburg. Pater Ildefons Kennedy (1720-1804) wurde 1761 Sekretär der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München. Er gab nahezu vierzig Jahre deren Abhandlungen heraus, zu denen er selbst zahlreiche naturwissenschaftliche und ökonomische Arbeiten beitrug. Abt Benedikt Aburthnot (1737-1820) zählte zu den führenden Mathematikern in Bayern.

Aburthnot verdankte der Konvent auch seine Existenz weit über die Zeit der Säkularisationen von 1802 bzw. 1810 hinaus. Der Abt erklärte nämlich Kloster und Seminar schlicht zu einem schottischen Nationalheiligtum und betonte die Unterstellung des Klosters unter Rom. Karl Theodor von Dalberg ließ den Konvent bestehen und förderte ihn durch die Gewährung der Steuerfreiheit. Freilich durften keine neuen Novizen aufgenommen werden, sodass langfristig ein Absterben des Konvents abzusehen war.

Auch nach dem Übergang von Regensburg an das Königreich Bayern im Jahr 1810 wurde die Abtei nicht aufgelöst. Denn ähnlich wie das Kollegiatstift bei der Alten Kapelle hatte auch das Schottenkloster den Großteil seines Vermögens bei einer österreichischen Bank angelegt. So befürchtete der bayerische Staat bei einer Säkularisation den Verlust dieses Geldes an die Behörden in Wien. Erst 1814 wurde die exterritoriale Abtei der bayerischen Landeshoheit und der geistlichen Aufsicht des bischöflichen Ordinariats unterstellt. Nach dem Tod von Abt Aburthnot wurde St. Jakob aus Personalmangel zum Priorat herabgestuft. Da kein Bedarf mehr für die Ausbildung von Missionaren für Schottland bestand, beendete Rom, nicht zuletzt auf Drängen des Bischofs von Regensburg, die Existenz des Klosters im Jahr 1862. Sein Besitz ging an das Bistum über. Seit 1872 dient St. Jakob als Priesterseminar.


Autor: Wikepedia
Quelle: » http://de.wikipedia.org/wiki/St._Jakob_%28Regensburg%29

Text 2

Autor: Peter Morsbach
Quelle:
» http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/kloster/index_extern.shtml