Die Bajuwaren (Boii-avari, Baiwaren, Baioaren, lat. Bavarii bedeutet Männer aus Baia, evtl. Germanen aus Böhmen/Boiohaemum, auch: Bojersheim) oder auch Volksstamm der Baiern genannt, bilden die Bevölkerung des frühen Bayern, besiedelten Österreich und auch Böhmen. Die Sprache der Baiern ist das Bairische (Süd-, Mittel- und Oberbairisch), ein oberdeutscher Dialekt des Hochdeutschen.
Die tatsächlichen Ursprünge der Baiern sind nicht genau bekannt, wobei Anklänge an den Namen des keltischen Volkes der Boier in der Wissenschaft kontrovers diskutiert werden, jedoch evident sind. Der Name selbst beschreibt wahrscheinlich ein Konglomerat aus größeren und kleineren Teilen der folgenden Gruppen:
- verschiedene keltische Stämme: Boier, Räter, Vindeliker
- Siedlungsreste der Römerzeit, Romanen (beispielsweise um Salzburg)
- inkl. Menschen aus verschiedenen Völkern Südeuropas und dem Orient, die im Gefolge der Römer einwanderten
- dem germanischen Stamm der Alamannen (in größerer Zahl im Westen)
- verschiedener Germanengruppen aus Böhmen, darunter wohl Markomannen
- dem Volk der Langobarden
- dem germanisch-deutschen Stamm der Thüringer (z.B. um Zeusleben)
- später auch von slawischen Völkern (Slawen) (in den östlichen Gebieten)
- und wahrscheinlich vereinzelt auch dem Volk der Awaren
Zwischen 490 und 530 rückte Herzog Theodo I. der Sueben/Quaden mit seinen aus Siedlergemeinschaften der Markomannen und Sueben/Quaden, aber auch Alemannen, Thüringern, Langobarden, Rugiern, Herulern und Skiren geformten Neustamm der Bajuwaren in das von Römern geräumte Noricum und Rätien ein, i.e. die Donau-Hochebene (Oberösterreich, Ober- und Niederbayern) bis sie den Lech 560 erreicht hatten.
Im Übrigen gilt der Lech als Siedlungsgrenze zwischen den Alemannen und den Bajuwaren, die auch heute noch als Dialekt- bzw. Sprachgrenze erhalten ist.
In diesem Sinne waren die Bajuwaren kein genuiner Volksstamm, sondern vielmehr ein "Volkskonstrukt", das sich aufgrund einer bestehenden regionalen Herrschaftseinheit gefügt hat.
Als Nachbarvölker der Bajuwaren gelten:
- Alamannen im Westen
- Franken im Norden
- Langobarden südlich der Alpen
- Awaren im Südosten
- Slawen im Osten
Die Vorgänger in der Region zwischen Donau und Fichtelgebirge, die Narisker, (auch Naristen, Narister oder Varisten) zogen um 534 n. Chr. nach Burgund ab. Ortsnamen mit der Endung -ing, insbesondere aus der Zeit um 550 n. Chr., deuten auf bajuwarische Ursprünge hin, beispielsweise Erding, Freising, Germering, Herrsching, Leonding, Straubing.
Die Regenten der Baiern wurden vom Herzogsgeschlecht der Agilolfinger gestellt:
- Fürst Agilulf (Sueben), vor 482
- Herzog Theodo I. der Sueben/Quaden
- Herzog Garibald I., 555 - etwa 591
- Herzog Odilo, 739 legt Bistümer fest
- Herzog Tassilo III., 748 - 788, danach Enteignung durch Frankenkaiser Karl der Große
Regensburg gilt als die Hauptstadt der Baiern und wurde in karolingischer Zeit zum Zentrum des ostfränkischen Reiches.
Die Baiern waren einer allmählichen Christianisierung unterworfen. Im Benediktinerkloster Niederalteich (gegründet 731 oder 741 n. Chr.) wurde als Gesetzeswerk die so genannte Lex Baiuvariorum auf 150 Pergamentseiten in Latein niedergeschrieben.
Autor: Wikepedia
Quelle: » http://de.wikipedia.org/wiki/Bajuwaren