Die Agilolfinger (auch Agilulfinger genannt) waren die erste bairische Herzogsdynastie. Sie regierten vom 6. bis zum Ende des 8. Jahrhundert anfangs als Amtsherzöge, später als Stammesherzöge, und betrachteten sich selbst als von den Merowinger eingesetzt (Lex Baiuvariorum, Titel III) – mehrere Versuche, diese Oberhoheit abzuschütteln, die mit dem Aufstieg der Karolinger noch intensiviert wurden, blieben allerdings ohne Erfolg. Die Residenz der Agilolfinger stand in Regensburg.
Als Stammvater der Familie gilt Agilulf, dessen Lebensdaten nicht bekannt sind. Garibald I. ist der erste historisch greifbare Herzog aus der Familie. Die Herkunft der Familie ist ungeklärt, ebenso ihre Beteiligung an der bairischen Landnahme und Stammesbildung. Sicher ist jedoch, dass sie schon sehr früh intensive dynastische und politische Beziehungen zu den Franken und den Langobarden pflegten - die Verbindung zu den Langobarden war so eng, dass eine Nebenlinie der Agilolfinger von 652 bis 712 deren Krone trug.
Die historische Leistung der Agilolfinger besteht in
- ihrer Siedlungspolitik
- der Christianisierung des Landes einschließlich der kirchenrechtlichen Gründung der Bistümer Regensburg, Freising, Passau und Salzburg
- die Abwehr slawischer und awarischer Invasionen.
- die Niederschrift des Lex Baiuvariorum, des bairischen Stammesrechts
Bereits im Jahr 624 gerieten die Agilolfinger, damals vertreten durch Chrodoald, einen austrischen Adligen (von dem Fredegar schreibt: „ex proceribus de genet nobili Agylolfingam“), in Konflikt mit den Karolingern, bzw. deren älteste bekannte Vorfahren, dem Bischof Arnulf von Metz (Arnulfinger) und Pippin dem Älteren (Pippiniden), die im Bündnis miteinander die fränkische Reichspolitik zu dominieren trachteten. Die Süddeutschland beherrschenden Agilolfinger standen im eigenen Interesse auf Seiten der schwachen Merowinger, das Erstarken des Hausmeiertums der Karolinger konnte nicht in ihrem Sinn sein. Die erste große Machtprobe von 725, als Karl Martell in Baiern einrückte, ging für den Herzog Hugbert verloren, die zweite von 743, jetzt unter der Führung von Karls Söhnen, verlor Herzog Odilo.
Der trotz geschlossener Verträge mit den Karolingern nicht endende Versuch, eigenständige Politik zu betreiben, führte schließlich im Jahr 788 dazu, dass Karl der Große Herzog Tassilo III. absetzte und ins Kloster steckte, das Herzogtum Baiern aufhob und dem fränkischen Reich einverleibte.
Herzöge von Baiern aus der Familie der Agilolfinger
- ca. 548-595 : Garibald I.
- ca. 595-610 : Tassilo I.
- ca. 610-640 : Garibald II.
- ca. 640-680 : Theodo I.
- ca. 680-717 : Tassilo II.
- ca. 717-724 : Theodbert
- ca. 725-737 : Hugbert
- ca. 737-749 : Odilo von Bayern
- ca. 749-788 : Tassilo III.
Könige der Langobarden aus der Familie der Agilolfinger
- 653-661 Aripert I.
- 661-662 Godepert und Perctarit
- 671-688 Perctarit (2. Mal)
- 688-700 Cunincpert
- 700 Liutpert
- 701 Raginpert
- 701-712 Aripert II.
Autor: Wikepedia
Quelle: » http://de.wikipedia.org/wiki/Agilolfinger